Heute beteiligt sich der Landkreis Starnberg erstmals am bundesweiten Gedenktag für verstorbene Drogengebrauchende - organisiert vom Arbeitskreis Sucht des Landkreises Starnberg, zu dem auch das Haus Ammersee zählt.
Unter dem diesjährigen Motto „Überdosierung und Drogentod können alle Menschen (be)treffen“ möchte der Arbeitskreis nicht nur an die Menschen erinnern, die durch den Konsum illegaler oder legaler Substanzen ihr Leben verloren haben. Er möchte auch Raum für Austausch, Anteilnahme und Bewusstseinsbildung schaffen. Denn Sucht findet häufig verdeckt statt und kann alle Menschen betreffen, egal aus welcher Gesellschaftsschicht.
Gerade in Starnberg, dem wohlhabendsten Landkreis Deutschlands und in einem Bundesland, in dem das Bier als Grundnahrungsmittel gilt, möchten wir Mut machen, hinschauen, aufklären und Barrieren abbauen. Wir wollen dazu beitragen, dass offen über das Thema Sucht gesprochen werden kann – ohne Scham, ohne Vorurteile.
In einem Gemeinschaftsprojekt mit der Kontakt- und Begegnungsstätte von Condrobs e.V. in Gauting, dem Blauen Kreuz München e.V. und der Brücke e.V. Starnberg entstand für diesen wichtigen Tag eine eindrucksvolle Leinwand mit der Landkarte von Starnberg. Bunt verteilte Schmetterlinge, welche das Symbol des diesjährigen Mottos sind, zeigen die Standorte von relevanten suchthilfebezogenen Angeboten im Landkreis. Insgesamt 16 Standorte - 16 Anlaufstellen, die Menschen mit Abhängigkeitserkrankungen in unterschiedlicher Weise begleiten und unterstützen. Gerade weil Suchthilfe eine freiwillige Leistung von Kommunen ist, zeigt diese Dichte, wie viel Engagement und Solidarität im Landkreis vorhanden sind.
Für uns im Haus Ammersee ist die Teilnahme an diesem Gedenktag nicht nur Öffentlichkeitsarbeit, sondern zeigt auch unseren Leistungsempfänger/-innen, dass wir Haltung und Anteilnahme zeigen wollen. Immer wieder berichten unsere Bewohner/-innen, wie sie Nahestehende durch den Drogengebrauch verloren haben oder wie sie selbst nur knapp dem Tod entkamen. Wir wollen genau dort hinsehen und mitfühlen! Wir wollen aufmerksam machen! Wir wollen sichtbar sein und das Bewusstsein für schädlichen Konsum in der Gesellschaft stärken. Wir wollen Scham und Vorurteile abbauen. Denn nur wenn Sucht nicht mehr verurteilt wird und schambehaftet ist, können sich Betroffene und Angehörige an das Suchthilfe-Netzwerk in Starnberg wenden.